Medi­ka­men­te, die Sexu­al­stö­run­gen ver­ur­sa­chen können

Die im Fol­gen­den genann­ten Arz­nei­mit­tel und Wirk­stof­fe, die als uner­wünsch­te Neben­wir­kung sexu­el­le Funk­ti­ons­stö­run­gen (mit dem Schwer­punkt erek­ti­le Dys­funk­ti­on) ver­ur­sa­chen kön­nen, nicht aber in jedem Ein­zel­fall her­vor­ru­fen müs­sen, sind nur Bei­spie­le, und die Auf­zäh­lung kann nie­mals voll­stän­dig sein. In vie­len, aber nicht allen Fäl­len, ist im ein­zel­nen bekannt, auf wel­che Wei­se die sexu­el­le Funk­ti­ons­stö­rung ver­ur­sacht wird. Dar­auf wird dann kurz hingewiesen.

Übri­gens ver­ur­sa­chen z.T. die­sel­ben Medi­ka­men­te auch bei Frau­en sexu­el­le Funk­ti­ons­stö­run­gen wie bei­spiels­wei­se Stö­run­gen des sexu­el­len Ver­lan­gens, Erre­gungs- und Orgas­mus­stö­run­gen, Schmer­zen beim Geschlechtsverkehr.

  1. Mit­tel gegen Blut­hoch­druck (Anti­hy­per­ten­si­va, Antihypertonika)
  2. Harn­trei­ben­de oder ent­wäs­sern­de Medi­ka­men­te (Diure­ti­ka)
  3. Mit­tel gegen Herzerkrankungen
  4. Mit­tel gegen Gicht
  5. Mit­tel gegen Depres­sio­nen (Anti­de­pres­si­va)
  6. Mit­tel gegen Schmer­zen bei Rheu­ma, Gicht, Arthri­tis, Spon­dy­li­tis, M. Bech­te­rew, Gelenk­schmer­zen und ‑ent­zün­dun­gen (NSAR / NSAIDs)
  7. Lipid­sen­ker (ande­re Bezeich­nun­gen: Cho­le­ste­rin-Sen­ker, Blutfett-Senker)
  8. Mit­tel gegen Magen- und Darmerkrankungen
  9. Mit­tel gegen ver­schie­de­ne Infektionen
  10. Mit­tel gegen Krebserkrankungen
  11. Cor­ti­son
  12. Mit­tel gegen Dia­be­tes (Anti­dia­be­ti­ka)
  13. Mit­tel gegen Prostataleiden
  14. Haar­wuchs­mit­tel
  15. Mit­tel gegen Epi­lep­sie (Anti­epi­lep­ti­ka)
  16. Mit­tel gegen Bla­sen­funk­ti­ons­stö­run­gen, Harninkontinenz
  17. Anti­ko­agu­lan­zi­en, (Blut-)Gerinnungshemmer
  18. Wei­te­re Medi­ka­men­te: Schlaf­mit­tel (Hyp­no­ti­ka), Beru­hi­gungs­mit­tel (Seda­ti­va), Schmerz­mit­tel (Analge­ti­ka)

1. Mit­tel gegen Bluthochdruck
(Anti­hy­per­ten­si­va, Antihypertonika)

Erhöh­ter Blut­druck schä­digt die Blut­ge­fä­ße und führt dadurch zu erek­ti­ler Dys­funk­ti­on. Vie­le zur Blut­druck­sen­kung ein­ge­setz­te Medi­ka­men­te kön­nen dabei ihrer­seits als Neben­wir­kung eine Sexu­al­funk­ti­ons­stö­rung ver­ur­sa­chen. Ein Teu­fels­kreis! Außer­dem kann allein schon die Sen­kung des erhöh­ten Blut­dru­ckes auf Nor­mal­wer­te wegen der ver­rin­ger­ten Durch­blu­tung zu einer Erek­ti­ons­schwä­che führen.

Wirk­stoff­grup­pe Wirk­stoff Han­dels­na­men
(Bei­spie­le)
Aus­wir­kun­gen
ACE-Hem­mer Cap­topril Cap­to-Puren®, Tenso­bon®, Lopirin® gele­gent­lich ED
Enalapril Ben­alapril®, Ena­be­ta®, Ena­hexal®, Xanef®
Fosi­no­pril Dyna­cil®, Fosinorm®
Lisi­no­pril Acer­bon®, Coric®
Rami­pril Delix®, Ves­dil®
Angio­ten­sin-II-
Antagonisten
(Sar­ta­ne)
Can­des­ar­tan Ata­cand®, Blopress® Kei­ne nega­ti­ve Aus­wir­kung auf Erek­ti­on und Libi­do. Eini­ge Stu­di­en haben gezeigt, dass versch. Sar­ta­ne die Erek­ti­ons­fä­hig­keit sogar ver­bes­sern können.
Epro­sar­tan Teve­ten®, div. Epro­sar­tan Generika
Irbes­ar­tan Apro­vel®, Karvea®
Losar­tan Lor­zaar®, Losargam­ma®. div. Losar­tan Generika
Olmes­ar­tan Olme­tec®, Votum®
Tel­mis­ar­tan Kinz­al­mo­no®, Micardis®
Vals­ar­tan Cor­di­na­te®, Dio­van®, Provas®
Alpha-1-
Rezeptorenblocker
Tera­zo­sin Flo­t­rin®, Urozosin® Eher erek­ti­ons­för­dernd und nicht hem­mend. Verlängerte
oder Dau­er­erek­tio­nen (Pria­pis­mus). Ejakulationsstörungen.
Pra­zo­sin Pra­zo­sin-ratio­pharm®
Ura­pi­dil Ebran­til®, Urapidil-ratiopharm®
Doxazo­sin Car­du­lar®, Doxacor®
Beta-
Rezeptorenblocker
Ateno­lol Ate­be­ta®, Ate­hexal®, Tenormin® ED, Libi­do­ver­lust, Testosteron-Abnahme
Biso­pro­lol Biso­pro­lol dura®, Concor®
Car­ve­di­lol Dila­t­rend®, Quer­to®, Carvedilol®
Nebi­vo­lol Nebi­let®
Pin­do­lol Vis­ken®
Pro­pra­no­lol Doci­ton®, Obsidan®
Meto­pro­lol Beloc®, Lopre­sor®, Prelis® ED, Libi­do­ver­lust, Tes­to­ste­ron-Abnah­me, IPP
Cal­ci­um-
Antagonisten
Amlo­di­pin Nor­vasc® Impo­tenz
Ver­a­pa­mil Isop­tin®, Ver­a­hexal®, Ver­a­pa­mil versch. Hersteller Impo­tenz, Prolaktinanstieg
Dil­tia­zem Dil­zem®, Dil­tia­zem versch. Hersteller Potenz­stö­run­gen
Clo­n­i­din Clo­n­i­din Clo­nista­da® gele­gent­lich ver­min­der­te Libi­do und ED
Hydral­azin,
Di-Hydralazin
bei­de Wirk­stof­fe gibt es nur in Kombi­nation mit
ande­ren Wirk­stof­fen, die ihrer­seits ED verursachen
Potenz­stö­run­gen
Methyldo­pa Methyldo­pa Dope­gyt®, Presinol® Potenz­stö­run­gen, Libidoverlust
Reser­pin Nur in Kom­bi­na­ti­on mit ande­ren Stof­fen, die ihrer­seits ED verursachen Potenz­stö­run­gen, Libi­do­ver­lust, Testosteronmangel

2. Harn­trei­ben­de oder ent­wäs­sern­de Medi­ka­men­te (Diure­ti­ka)

Harn­trei­ben­de oder ent­wäs­sern­de Medi­ka­men­te wer­den zur Blut­druck­sen­kung und zur Ent­las­tung des Her­zens ein­ge­setzt, sowie zur Ver­stär­kung der Wir­kung von blut­druck­sen­ken­den Mit­teln in Kom­bi­na­ti­on mit ihnen.

Wirk­stoff­grup­pe Wirk­stoff Han­dels­na­men
(Bei­spie­le)
Aus­wir­kun­gen
Amilorid Immer in Kom­bi­na­ti­on mit ande­ren Wirk­stof­fen (Dia­phal, Esma­lo­rid, Modu­re­tik, Tensoflux) Impo­tenz
Spi­ro­no­lac­ton Spi­ro­no­lac­ton Osy­rol®, S. ratiopharm® Impo­tenz
Thia­zi­de Clo­pa­mid Bri­se­rin® Potenz­stö­run­gen
Hydro­chlo­rothia­zid Dis­al­u­nil®, Esidrix®

3. Mit­tel gegen Herzerkrankungen

Wirk­stoff Han­dels­na­men (Bei­spie­le) Aus­wir­kun­gen
ACE-Hem­mer sie­he unter Mit­tel gegen Bluthochdruck
Alpha-Rezep­to­ren­blo­cker sie­he unter Mit­tel gegen Bluthochdruck
Beta-Rezep­to­ren­blo­cker sie­he unter Mit­tel gegen Bluthochdruck
Cal­ci­um-Ant­ago­nis­ten sie­he unter Mit­tel gegen Bluthochdruck
Digi­ta­lis-Gly­ko­si­de Lani­cor®, Digimerck® östro­gen­ar­ti­ge Wirkung
Pro­pa­fenon Cuxa­fenon®, Rytmonorm® ver­min­der­te Potenz

Es fin­den zum Teil die glei­chen Medi­ka­men­te und Wirk­stof­fe Anwen­dung, die auch schon bei den blut­druck­sen­ken­den Mit­teln genannt wurden.

4. Mit­tel gegen Gicht

Wirk­stoff Han­dels­na­men (Bei­spie­le) Aus­wir­kun­gen
Allopu­ri­nol Foli­gan®, Zyloric® Potenz­stö­run­gen
Ben­zbroma­ron Ben­zbroma­ron AL® Impo­tenz

5. Mit­tel gegen Depressionen
(Anti­de­pres­si­va)

Anti­de­pres­si­va wer­den nicht nur gegen Depres­sio­nen ver­ord­net. Eini­ge Anti­de­pres­si­va sind auch für ande­re Anwen­dungs­ge­bie­te wie bei­spiels­wei­se Angst­zu­stän­de, Zwangs­sym­pto­me und chro­ni­sche Schmer­zen zugelassen.

Wirk­stoff­grup­pe Wirk­stoff Han­dels­na­men
(Bei­spie­le)
Aus­wir­kun­gen
Selek­ti­ve
Serotonin-
Wiederaufnahme-
Hem­mer (SSRI)
Citalo­pram Cipra­mil®, Cita­lon®, Citalo‑Q®,
div. Citalo­pram Generika
Häu­fig: ver­rin­ger­te Libi­do, Impo­tenz, Eja­ku­la­ti­ons­stö­run­gen, aus­blei­ben­de Eja­ku­la­ti­on Häu­fig­keit nicht bekannt: Priapismus
Fluo­xe­tin div. Fluo­xe­tin Generika Häu­fig: Ver­min­der­te Libi­do, Stö­run­gen der Sexu­al­funk­ti­on (ver­zö­ger­te oder feh­len­de Eja­ku­la­ti­on, Anorgasmie)
Häu­fig­keit nicht bekannt: Priapismus
Paro­xe­tin Paro­xat®, Paroxedura&reg,
div. Paro­xe­tin Generika
Sehr häu­fig: sexu­el­le Dysfunktionen
Sel­ten: Hyperprolaktinämie
Sehr sel­ten: Priapismus
Ser­tra­lin Zoloft®,
div. Ser­ta­lin Generika
Sehr häu­fig: Ejakulationsversagen
Häu­fig: Ver­min­der­te Libi­do, Sexu­al­stö­rung, Erektionsstörung
Sel­ten: Priapismus
Esci­talo­pram Cipra­lex® Häu­fig: Eja­ku­la­ti­ons­stö­run­gen, Impo­tenz, ver­rin­ger­te Libido
Nichts­e­lek­ti­ve
Monoamin
Wiederaufnahme
Hem­mer (NSMRI,
trizyklische
Antidepressiva)
Amitri­pty­lin Ami­neu­rin®, Saro­ten®, Syneudon®,
div. Amitri­pty­lin Generika
Häu­fig: Libi­do­ver­lust, Impotenz
Doxe­pin Apo­nal®, Doneu­rin®, Mareen®,
div. Doxe­pin Generika
Häu­fig: Libi­do­ver­lust, Eja­ku­la­ti­ons­stö­run­gen, Impotenz
Tri­mi­pra­min Stan­gyl®, Tri­mi­neu­rin®, Trimi­du­ra®, Herphonal®,
div. Tri­mi­pra­min Generika
Ohne Häu­fig­keits­an­ga­be: Erhö­hung des Pro­lak­tin­spie­gels, Gynäkomastie,
sexu­el­le Funktionsstörungen
Amitriptylin­oxid Ami­oxid-neurax­pharm®, Equilibrin® Häu­fig: Libi­do­ver­lust, Impotenz
Clo­mi­pra­min Ana­franil®,
div. Clo­mi­pra­min Generika
Sehr häu­fig: sexu­el­le Funk­ti­ons­stö­run­gen (Stö­rung von Libi­do und Potenz)
Häu­fig: Gynäkomastie
Opi­pra­mol Insi­don®, Opipram®,
div. Opi­pra­mol Generika
Gele­gent­lich: Eja­ku­la­ti­ons­stö­run­gen, erek­ti­le Impotenz
Sero­to­nin-
Noradrenalin-
Wiederaufnahme-
Hem­mer (SNRI)
Ven­la­fa­xin Tre­vilor®,
div. Ven­la­fa­xin Generika
Häu­fig: Libi­do­ab­nah­me, Eja­ku­la­ti­ons- und Orgas­mus-stö­run­gen, Anorgasmie,
erek­ti­le Dysfunktion
Dulo­xe­tin Cym­bal­ta®, Ariclaim® Häu­fig: Libi­do­ver­min­de­rung, Erek­ti­le Dys­funk­ti­on, Ejakulationsstörungen,
ver­zö­ger­te Ejakulation
Wei­te­re
Antidepressiva
Lithi­um Qui­lo­num® Impo­tenz, sexu­el­le Dysfunktion

Da bei fast allen Anti­de­pres­si­va Sexu­al­stö­run­gen häu­fig als Neben­wir­kung auf­tre­ten, ist es sinn­voll, auf die Anti­de­pres­si­va hin­zu­wei­sen, bei denen Sexu­al­stö­run­gen nicht häu­fi­ger als bei Pla­ce­bos auf­tre­ten (Ser­ret­ti 2009):

  • Ago­me­la­tin (Valdoxan&reg)
  • Bupro­pi­on (Elontril&reg)
  • Mir­ta­za­pin (Remer­gil®, div. Mir­ta­za­pin Generika)
  • Moclo­be­mid (Auro­rix®, div. Moclo­be­mid Generika)

6. Mit­tel gegen Schmer­zen bei Rheu­ma, Gicht, Arthri­tis, Spon­dy­li­tis, M. Bech­te­rew, Gelenk­schmer­zen und ‑ent­zün­dun­gen (NSAR / NSAIDs)

NSAR ist die Abkür­zung für nicht-ste­ro­ida­le Anti­rheu­ma­ti­ka. Die Abkür­zung NSAIDs steht für den eng­li­schen Begriff non-ste­ro­idal anti-inflamma­to­ry drugs; dies sind nicht-ste­ro­ida­le Ent­zün­dungs­hem­mer. Dazu gehö­ren als Wirk­stof­fe u.a. Sali­cyl­säu­re und ihre Abkömm­lin­ge, die Sali­cyla­te, Pro­pi­ons­äu­re-Deri­va­te, Oxi­ca­me, Anthr­anil­säu­re-Deri­va­te und ande­re. Die meis­ten NSAR / NSAIDs grei­fen in den Stoff­wech­sel der Pro­sta­glan­di­ne ein. Infol­ge des­sen wird weni­ger Stick­oxid NO gebil­det. Die­ser Boten­stoff ist für die Aus­bil­dung einer Erek­ti­on erfor­der­lich. Als Neben­wir­kung der NSAR / NSAIDs kann es daher zu erek­ti­ler Dys­funk­ti­on kom­men (Shiri 2006).

NSAR / NSAIDs wer­den bei einer gro­ßen Anzahl von Erkran­kun­gen, Beschwer­den und Schmer­zen ein­ge­setzt: bei Rheu­ma, Arthri­tis, Migrä­ne, Gicht, Spon­dy­li­tis, Mor­bus Bech­te­rew; bei Kopf‑, Zahn- und Gelenk­schmer­zen; gegen Fie­ber, Ent­zün­dun­gen und Schwel­lun­gen u.a.m.

Wirk­stoff­grup­pe Wirk­stoff Han­dels­na­men
(Bei­spie­le)
Aus­wir­kun­gen
Sali­cyla­te Ace­me­t­acin Ace­me­t­acin-CT®, Ace­me­t­acin-STA­DA®, Rantudil® Erek­ti­ons­stö­run­gen
Ace­tyl­sa­li­cyl­säu­re (ASS) Ace­sal®, Aspi­rin®, ASS versch. Hersteller
Diclo­fe­nac All­vor­an®, Dic­lac®, Diclo®, Rewo­di­na®, Voltaren®
Indo­me­t­acin Indo-CT®, Indo­met-ratio­pharm®, Indo­me­t­acin versch. Hersteller
Pro­pi­ons­äu­re-Deri­va­te Ibu­profen Dol­git®, Dolor­min®, ibu® versch. Hersteller
Keto­profen Gabri­len®, Spondylon®
Napro­xen Napro­xen®
Pyra­zol-Deri­va­te Phe­nyl­bu­ta­zon Ambe­ne®, exrheudon®

7. Lipid­sen­ker (ande­re Bezeich­nun­gen: Cho­le­ste­rin-Sen­ker, Blutfett-Senker)

Wirk­stoff­grup­pe Wirk­stoff Han­dels­na­men
(Bei­spie­le)
Aus­wir­kun­gen
Fibra­te Beza­fib­rat Beza­fib­rat®, Cedur®, Lipox® Potenz­stö­run­gen, Impotenz
Feno­fib­rat CiL®, dura­fe­nat®, Lipi­dil®, Lipidil-Ter®
Gemfi­bro­zil Gemfi®, Gevi­lon®
Sta­ti­ne, CSE-Hemmer Sim­va­s­ta­tin Zocor®, Sim­va­s­ta­tin versch. Hersteller Es gibt wider­sprüch­li­che Aus­sa­gen in der Fach­li­te­ra­tur zu der Fra­ge, ob Sta­ti­ne zu einer erek­ti­len Dys­funk­ti­on füh­ren kön­nen. In neue­ren Publka­tio­nen wird über­wie­gend von einem neutralen
oder sogar posi­ti­vem Effekt berichtet.
Pra­va­sta­tin Lipre­vil®, Meva­lo­tin®, Pravasin®
Lova­s­ta­tin Mevin­acor®
Ator­va­s­ta­tin Sor­tis®
Flu­va­s­ta­tin Cra­noc®, Locol®

8. Mit­tel gegen Magen- und Darmerkrankungen

Wirk­stoff Han­dels­na­men (Bei­spie­le) Aus­wir­kun­gen
Cimet­idin Azu­ci­met®, Cime®, Cimet®, Gastro­pro­tect®, Tagamet®,
H2-Blocker-ratiopharm®
Libi­do­ver­lust, Potenzstörungen
Meto­clo­pra­mid Ceru­cal®, Gas­tro­ner­ton®, Gastro­sil®, MCP®, Paspertin® Libi­do- und Potenzstörungen

9. Mit­tel gegen ver­schie­de­ne Infektionen

Wirk­stoff Han­dels­na­men (Bei­spie­le) Aus­wir­kun­gen
Anthr­acy­cli­ne Unfrucht­bar­keit
Cotri­m­o­xazol Cotrim®, Kepi­nol® ver­min­der­te Spermienbildung
Pro­tio­namid ekte­bin®, Peteha® sel­ten Impotenz
Sul­fonami­de Unfrucht­bar­keit
Tri­me­tho­prim Infec­to­tri­met® gestör­te Spermienbildung

10. Mit­tel gegen Krebserkrankungen

Wirk­stoff Han­dels­na­men
(Bei­spie­le)
Aus­wir­kun­gen
Chlor­am­bu­cil Leu­keran® Unfrucht­bar­keit
Est­ra­mus­tin Est­ra­cyt®, Multosin® Ver­lust von Libi­do und Potenz
Metho­trex­at Lan­t­arel®, Metex® gestör­te Sper­mi­en­bil­dung, Impo­tenz, Libido-Verlust
Busul­fan Myleran® Hode­na­tro­phie, gestör­te Spermienbildung
Cyclo­phos­pha­mid Endo­xan® gestör­te Spermienbildung
Rev­limid Lena­li­do­mid® Häu­fig ED und gele­gent­lich Libido-Verlust

11. Cor­ti­son

Wirk­stoff Han­dels­na­men (Bei­spie­le) Aus­wir­kun­gen
Pred­ni­son, Dexamethason Deco­r­tin®, Pred­ni­son®, Corto-Tavegil® Dros­se­lung der Hor­mon­pro­duk­ti­on, Impotenz

12. Mit­tel gegen Dia­be­tes (Anti­dia­be­ti­ka)

Wirk­stoff Han­dels­na­men (Bei­spie­le) Aus­wir­kun­gen
Pio­gli­ta­zon + Metformin Com­pet­act® häu­fig ED
Gli­ben­cla­mid Euglu­con®, Mani­nil®, versch. Prä­pa­ra­te, deren Name mit “Glib” beginnt Erek­ti­ons­stö­run­gen durch Dia­be­tes kön­nen ver­stärkt wer­den (Porst 2000, S.90)

13. Mit­tel gegen Prostataleiden

Wirk­stoff Han­dels­na­men (Bei­spie­le) Aus­wir­kun­gen
Tam­su­lo­sin Alna® Ocas®, Omni­cO­cas®, Pro­sta­dil®, Tadin®, Prostacure®,
Tam­su­lo­sin versch. Hersteller
aus­blei­ben­der Samen­er­guss (Eja­ku­la­ti­on in die Blase)
Finaster­id Pros­car® Impo­tenz, ver­min­der­te Libi­do, ver­min­der­ter Samen­er­guss, Hodenschmerzen
Dutas­ter­id Avodart® Impo­tenz, ver­min­der­te Libi­do, Eja­ku­la­ti­ons­stö­rung, Gynä­ko­mas­tie (Ver­grö­ße­rung der männ­li­chen Brust­drü­se) und/oder schmerz­haf­te Druck­emp­find­lich­keit der Brust

14. Haar­wuchs­mit­tel

Wirk­stoff Han­dels­na­men
(Bei­spie­le)
Aus­wir­kun­gen
Finaster­id Pro­pe­cia® Impo­tenz, ver­min­der­te Libi­do, ver­min­der­ter Samen­er­guss, Hodenschmerzen

15. Mit­tel gegen Epilepsie
(Anti­epi­lep­ti­ka)

Wirk­stoff Han­dels­na­men (Bei­spie­le) Aus­wir­kun­gen
Car­ba­ma­ze­pin Teg­re­tal®, Timonil® Libi­do­ver­lust, Impotenz
Gaba­pen­tin Gab­ax®, Neurontin® Impo­tenz
Pre­ga­ba­lin Lyri­ca® Erek­ti­le Dys­funk­ti­on, ver­zö­ger­te Eja­ku­la­ti­on, Anor­gas­mie, häu­fig ver­rin­ger­te, gele­gent­lich gestei­ger­te Libido
Primi­don Primi­don®, Liskantin® Ernied­rig­tes Testosteron
Val­pro­in­säu­re Con­vulex® Erhöh­tes Testosteron
Broma­ze­pam Lexo­ta­nil®, Broma­zep®, Gityl®, Lexostad®, Normoc® Libi­do-Ver­lust
Clo­bazam Fri­si­um® Libi­do-Ver­lust
Dia­ze­pam Dia­zep®, Faustan®, Stesolid® Libi­do-Ver­lust
Flu­ni­tra­ze­pam Flu­mi­noc® Libi­do-Ver­lust
Lora­ze­pam Tavor®, Tolid®, Laubeel® Impo­tenz, ver­min­der­ter Orgas­mus, Libido-Verlust
Oxaze­pam Pra­xi­ten® Libi­do-Ver­lust
Chlor­dia­ze­poxid Rade­pur® Libi­do-Ver­lust

16. Mit­tel gegen Bla­sen­funk­ti­ons­stö­run­gen, Harninkontinenz

Wirk­stoff­grup­pe Wirk­stoff Han­dels­na­men
(Bei­spie­le)
Aus­wir­kun­gen
Anti­cho­liner­gi­ka Dari­fen­acin Emse­lex® Orgas­mus- und Eja­ku­la­ti­ons­stö­run­gen, erek­ti­le Dysfunktion
Soli­fen­acin Ves­ikur®
Trospi­um Spas­mex®, Spasmolyt®
Tol­tero­din Detru­si­tol®
ande­re Oxy­bu­ti­nin Spa­syt®, Oxy­me­din®, Cystonorm®
Pro­pi­verin Mic­to­norm®, Mictonetten®

17. Anti­ko­agu­lan­zi­en, (Blut-)Gerinnungshemmer

In der Gel­ben Lis­te und den Fach­in­for­ma­tio­nen der Her­stel­ler gibt es kei­ne Hin­wei­se auf Erek­ti­ons­stö­run­gen als Neben­wir­kung von Phen­pro­co­u­mon und Hepa­rin-Ca. Im “Manu­al der Impo­tenz” von Prof. Porst dage­gen heißt es: “Unter Anti­ko­agu­lan­zi­en wie Hepa­rin oder Mar­cu­mar wur­den eben­falls Erek­ti­ons­stö­run­gen beschrie­ben, wobei der Wir­kungs­me­cha­nis­mus unklar ist.”

Wirk­stoff Han­dels­na­men (Bei­spie­le) Aus­wir­kun­gen
Hepa­rin-Ca Hepa­rin-Cal­ci­um ratiopharm® Erek­ti­ons­stö­rung
Phen­pro­co­u­mon Mar­cu­mar®, Fali­throm®, Marcuphen®

18. Wei­te­re Medi­ka­men­te: Schlaf­mit­tel (Hyp­no­ti­ka), Beruhigungsmittel
(Seda­ti­va), Schmerz­mit­tel (Analge­ti­ka)

Medikamentengruppe/Wirkstoff Aus­wir­kun­gen
Ben­zo­dia­ze­pi­ne sel­ten ver­min­der­te Libido
Car­ba­ma­ze­pin Ein­zel­fäl­le Impo­tenz, ver­min­der­te Libido
Moda­fi­nil Libi­do­ab­nah­me
Neu­ro­lep­ti­ka sexu­el­le Stö­run­gen, Testosteronmangel
Rau­wol­fia, Reserpin Potenz­stö­run­gen, Libi­do­ver­lust, Testosteronmangel
Sul­pi­rid ver­min­der­te Potenz und Libido
Sym­pa­ti­ko­mime­ti­ka Impo­tenz, Libidostörungen
Psy­cho­analep­ti­ka Impo­tenz, Libidostörungen
Tran­qui­li­zer sexu­el­le Stö­run­gen, Libidoverlust
Anxio­ly­ti­ca Anor­gas­mie, Impo­tenz, Libi­do­ver­lust, Eja­ku­la­ti­ons- und Erektionsstörungen
Mor­phin, Opiate Libi­do­ver­lust durch Testosteronmangel

Wei­ter­füh­ren­de Informationen

Bei­pack­zet­tel

Es emp­fiehlt sich, den Bei­pack­zet­tel sehr sorg­fäl­tig zu lesen, ins­be­son­de­re den Abschnitt über die Neben­wirkungen. Dabei kön­nen sich Hin­wei­se auf Neben­wirkungen auf die Sexua­li­tät unter den ver­schie­dens­ten Bezeich­nungen fin­den: Impo­tenz, erek­ti­le Dys­funk­ti­on, Erektions­störungen, Sexual­funktions­störungen, Ejakulations­störungen, Libido­störungen, Potenz­störungen, ver­min­der­te Libi­do, ver­min­der­te Tes­to­ste­ron-Bil­dung u.v.a.m.

Infor­ma­tio­nen zu ein­zel­nen Medikamenten

Gebrauchs­in­for­ma­tio­nen (Bei­pack­zet­tel) und Fach­in­for­ma­tio­nen fin­det man in einem Inter­net-Por­tal des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Gesund­heit.