SKAT – bimix + tri­mix

Bevor 1997 für die Schwell­kör­per­au­to­in­jek­ti­ons­the­ra­pie (kurz SKAT) der Wirk­stoff Alpro­sta­dil (ande­re Bezeich­nung: Pro­sta­glan­din E1, kurz PGE1) in den Han­dels­prä­pa­ra­ten Caver­ject® und Viri­dal® auf den Markt kam, war das Papa­verin-Phen­to­l­a­min-Gemisch (“bimix”) in Gebrauch. Es hat den Prä­pa­ra­tena­men Andro­s­kat® und ent­hält 15 mg Papa­verin-hydro­chlo­rid + 0,5 mg Phen­to­l­a­min-mes­i­lat pro Mil­li­li­ter.

Andro­s­kat® ist in Deutsch­land für SKAT zwar zuge­las­sen, wird aber nicht im Han­del ange­bo­ten. Jeder Apo­the­ker kann es gegen ein Pri­vat­re­zept über eine Inter­na­tio­na­le Apo­the­ke aus dem Aus­land kurz­fris­tig besor­gen. Die “SKAT-duo­mix-Lösung” der Cos­mos Apo­the­ke in Mann­heim hat die­sel­be Zusam­men­set­zung wie Andro­s­kat®, kos­tet aber nur etwa ein Vier­tel! Zusätz­lich wer­den stär­ker dosier­te Lösun­gen ange­bo­ten.

Die SKAT-Lösun­gen wer­den unter ste­ri­len Bedin­gun­gen im eige­nen Labor her­ge­stellt. Dabei kom­men nur ste­ri­le Sub­stan­zen, Lösun­gen, Gerät­schaf­ten zum Ein­satz. So wird jede Ver­un­rei­ni­gung und Kon­ta­mi­na­ti­on mit Viren und Bak­te­ri­en sicher aus­ge­schlos­sen. Die Apo­the­ke muss die neu­es­ten ver­schärf­ten gesetz­li­chen Vor­schrif­ten in die­ser Hin­sicht erfül­len wie jeder ande­re Phar­ma-Her­stel­ler auch. Beden­ken hin­sicht­lich der Ste­ri­li­tät und Rein­heit der SKAT-Lösun­gen sind unbe­grün­det.

SKAT-Lösun­gen der Cos­mos Apo­the­ke

Bezugs­quel­le

Cos­mos Apo­the­ke
Stra­ße M 7, 14
68161 Mann­heim
Tel.: 0621 – 25 0 17
Fax: 0621 – 28 0 28
E‑Mail: info@coapo.de
Inter­net: www.coapo.de

Die Cos­mos Apo­the­ke ver­schickt auf Anfra­ge einen Fly­er mit aus­führ­li­chen Infor­ma­tio­nen über die SKAT-Lösun­gen, Preis­lis­te, Auf­kle­ber für das Rezept, Bestell­kar­ten (für Mini-Spike, Sprit­zen, Alko­hol­tup­fer) und Frei­um­schlä­ge für die Bestel­lung. Die­se Unter­la­gen ver­ein­fa­chen das Gespräch mit dem Arzt und die Bestel­lung.

Rezep­tie­rung für die SKAT-Lösung

Das Mit­tel ist ver­schrei­bungs­pflich­tig und nicht ohne Rezept erhält­lich. Der Arzt wird es nur dann ver­ord­nen, wenn der Ein­satz medi­zi­nisch unbe­denk­lich ist.

Am ein­fachs­ten ist, wenn der Arzt die von der Cos­mos Apo­the­ke zur Ver­fü­gung gestell­ten selbst­haf­ten­den Kle­be-Eti­ket­ten mit dem Text der Rezep­tur ver­wen­det. Alter­na­tiv kann man den Text per Tele­fon oder E‑Mail anfor­dern.

Bestel­lung

Um aus den Vials (Ampul­len) die SKAT-Lösung ste­ril ent­neh­men zu kön­nen, emp­fiehlt sich, einen Mini­spike mit­zu­be­stel­len. Flüs­sig­keits­ent­nah­me ist mit allen Sprit­zen ist mög­lich.

Wenn man die Sprit­zen samt Nadeln (Kanü­len) auf bei der Cos­mos Apo­the­ke bestellt, dann emp­feh­len wir die stär­ke­re Ver­si­on (0,45 x 12/13 mm), da bei der dün­ne­ren Kanü­le eher ein Nadel­bruch mög­lich ist.

Man schickt das Ori­gi­nal-Pri­vat­re­zept (kei­ne Kopie, kein Fax) und die aus­ge­füll­te und unter­schrie­be­ne Bestell­kar­te per Post ein.

Halt­bar­keit / Auf­be­wah­rung

Lage­rung im Kühl­schrank bei +2° C bis 8°C. Unge­öff­net 6 Mona­te halt­bar. Nach Öff­nung inner­halb von 6 Wochen ver­brau­chen. Unsach­ge­mä­ße Lage­rung kann zu Ver­än­de­run­gen und Wir­kungs­ver­lust füh­ren.

Benut­zung des Mini­spikes

Der Mini­spike dient dazu, Flüs­sig­keit aus dem Vial (Ampul­le) ste­ril zu ent­neh­men. Der Mini­spike trägt an einem Ende eine klei­ne Kunst­stoff­hül­se. Die­se wird abge­zo­gen und der Mini­spike wird dann sofort mit sei­ner dann frei­lie­gen­den Spit­ze, ohne die­se mit den Fin­gern zu berüh­ren, mit­tig durch das ste­ri­li­sier­te Gum­mi-Sep­t­um zügig ein­ge­sto­chen, bis es nicht mehr wei­ter geht. Dort bleibt er, bis die Lösung aufge­braucht ist. Er wird nie­mals ent­fernt, bewegt oder sonst etwas. Oben hat der Spike einen klei­nen Trich­ter mit einem Klapp­de­ckel. Die­ser Deckel wird ange­ho­ben, umge­legt, die Sprit­ze mit ihrem Konus ohne Kanü­le auf­ge­steckt und das Gan­ze in der Hand kopf­rum gedreht. Die Lösung ist also dann oben, die lee­re Sprit­ze unten. Dann zieht man etwas mehr als die Men­ge Lösung auf, die man braucht und drückt Luft­bla­sen und zu viel auf­ge­zo­ge­ne Men­ge in die Fla­sche zurück. Zur Ent­nah­me der SKAT-Lösung über den Mini­spike nimmt man immer eine neue ste­ri­le Sprit­ze (ohne Kanü­le). Dann stellt man das Gan­ze auf den Tisch, hält das Trich­ter­chen fest, in dem die Sprit­ze steckt, und zieht mit leich­tem Dre­hen und Zie­hen die Sprit­ze ab, legt sie auf einer sau­be­ren Unter­la­ge ab und schließt sofort das Deckel­chen des Mini­spikes. Zum Sprit­zen setzt man eine Kanü­le mit der Schutz­kap­pe auf die Sprit­ze, ent­fernt die Kap­pe und inji­ziert. Am Mini­spike soll­te man das Deckel­chen nur zur Ent­nah­me der SKAT-Lösung öff­nen und danach sofort schlie­ßen. Man kann den Mini­spike zwar mehr­fach ver­wen­den, aber wenn man für jedes Vial jeweils einen neu­en benutzt, kann man eine mög­li­che gefähr­li­che Ver­un­rei­ni­gung der SKAT-Lösung eher ver­hin­dern.

Dosie­rung

Im Gegen­satz zum Wirk­stoff Alpro­sta­dil in den Prä­pa­ra­ten Caver­ject® und Viri­dal® hat das Gemisch aus Papa­verin und Phen­to­l­a­min (SKAT-Lösung der Cos­mos Apo­the­ke bzw. das Andro­s­kat®) eine höhe­re Rate an Dau­er-Erek­tio­nen (Pria­pis­mus) und Fibro­sen (Ver­här­tun­gen der Schwell­kör­per) als Neben­wir­kung. Die­se Gefahr lässt sich ver­rin­gern, wenn man mit nied­ri­ger Dosis beginnt und die­se nur sehr lang­sam stei­gert, höchs­tens jeden zwei­ten Tag inji­ziert und dabei die Ein­stich­stel­len stän­dig wech­selt

Nach der Ent­nah­me der SKAT-Lösung setzt man zum Sprit­zen eine Kanü­le auf. An Kanü­len braucht man ste­ril ver­packt zum Ein­mal­ge­brauch G27 x ½” (=Durch­mes­ser 0,4 mm x 12mm lang) . 100 Kanü­len kos­ten etwa 6 €. Ste­ril ver­pack­te 1‑ml- oder 2‑ml-Ein­mal­sprit­zen mit fei­ner Unter­tei­lung kos­ten etwa 15 € pro 100 Stück. Wenn man mehr als 2 ml sprit­zen muss, benutzt man 5‑ml-Ein­mal-Sprit­zen mit den glei­chen Kanü­len. Sprit­zen und Kanü­len kann man ohne Rezept und ohne Begrün­dung in jeder Apo­the­ke kau­fen. Wegen der Mög­lich­keit eines Nadel­bruchs ist es nicht zu emp­feh­len, dün­ne­re Kanü­len zu benut­zen.

Zur Ermitt­lung der nöti­gen Dosis darf man die­se nur lang­sam erhö­hen. Die Ein­stiegs­do­sis ist 0,25 ml , die nächst höhe­re Dosis ist 0,5 ml. Danach wird die Dosis schritt­wei­se um jeweils 0,5 ml erhöht auf 1,0 ml, 1,5 ml, 2,0 ml usw. bis höchs­tens 4 ml. Erst nach jeweils vier Injek­tio­nen mit einer Dosis geht man zur nächst höhe­ren Dosis über. Man soll nur jeden zwei­ten Tag inji­zie­ren. Zu hohe Dosen kön­nen län­ge­re, schmerz­haf­te Erek­tio­nen oder Dau­er-Erek­tio­nen her­vor­ru­fen und kön­nen die Schwell­kör­per auf Dau­er schwer schä­di­gen. Eine Dau­er-Erek­ti­on ist prin­zi­pi­ell bei jeder not­wen­di­gen Dosis mög­lich, jedoch sehr unwahr­schein­lich und stellt einen uro­lo­gi­schen Not­fall dar. Bei über 700 Anwen­dun­gen habe ich selbst noch kei­ne ein­zi­ge Dau­er­erek­ti­on erlebt.

Soll­te SKAT duo­mix nicht aus­rei­chend wir­ken, kann man SKAT duo­mix for­te und danach, wenn auch die­ses kei­ne gute Erek­ti­on bewirkt, SKAT tri­mix ver­su­chen. Dabei ver­fährt man zur Ermitt­lung der nöti­gen Dosis wie oben bei SKAT duo­mix beschrie­ben.

All­ge­mei­ne Infos zu SKAT

Natür­lich muss man alles streng ste­ril hand­ha­ben. Es wer­den ultra­dün­ne, kur­ze Kanü­len (0,4 mm x 12 mm = 27 G x ½”) benutzt. Die Nadel muss völ­lig ein­ge­sto­chen wer­den. Bei­de Schwell­kör­per wer­den als Kom­par­ti­ment betrach­tet, d.h. als eine Ein­heit. Das bedeu­tet, dass dort ein­ge­brach­te Medi­ka­men­te sich gleich­mä­ßig in bei­den Schwell­kör­pern ver­tei­len, egal, in wel­chen Schwell­kör­per man inji­ziert. Sie sind mit­ein­an­der ver­bun­den. Bei rou­ti­nier­ter Tech­nik ist der Ein­stich nicht schmerz­haft. Zur Ver­mei­dung von fibro­ti­schen Ver­än­de­run­gen, Ver­här­tun­gen und zur Scho­nung der Schwell­kör­per sind die fol­gen­den Din­ge zu beach­ten: Man soll­te nur jeden zwei­ten Tag inji­zie­ren. Nach dem Inji­zie­ren soll­te man 3 bis 5 Minu­ten einen Alko­hol­tup­fer auf die Ein­stich­stel­le drü­cken; Män­ner, die Blutverdünner/Antikoagulantien wie z.B. ASS, Mar­cu­mar, Hepa­rin, Xarel­to, Eli­quis o.ä. ein­neh­men müs­sen, soll­ten 10 Minu­ten drü­cken. Fer­ner darf man nie­mals nach­sprit­zen, falls die Erek­ti­on ein­mal aus­bleibt. Das kann z.B. vor­kom­men, wenn man mit der Sprit­ze ins Sep­t­um (das ist die bin­de­ge­we­bi­ge Schicht zwi­schen bei­den Schwell­kör­pern) getrof­fen hat. Beim Nach­sprit­zen ris­kiert man eine Dau­er-Erek­ti­on, die ein uro­lo­gi­scher Not­fall ist. Man darf auch nur die­je­ni­ge Dosis sprit­zen, die eine aus­rei­chen­de Erek­ti­on von 1 bis 2 Stun­den Dau­er bewirkt. Nie­mals mehr sprit­zen, um eine län­ge­re Erek­ti­ons­dau­er zu erzie­len. Fer­ner ist wich­tig, dass man die Ein­stich­stel­len stän­dig vari­iert und sich das auch notiert. Also, rechts sehr kör­per­nah, dann dito links, dann rechts etwas wei­ter nach vorn knapp in der Mit­te des Glie­des, dann dito links und schließ­lich erst rechts dann links etwas über die Mit­te des Glie­des hin­aus. So kommt man bei jeder sie­ben­ten Injek­ti­on unge­fähr wie­der an die­sel­be Stel­le. Damit beugt man Ver­här­tun­gen an den Ein­stich­stel­len vor. Wenn man in die­ser Wei­se mit aller Sorg­falt ver­fährt, tut man alles, um Ver­här­tun­gen und Fibro­sen vor­zu­beu­gen und die Schwell­kör­per zu scho­nen.

Wer von Caver­ject® oder Viri­dal® zur Cos­mos-SKAT-Lösung (Papaverin/Phentolamin) wech­selt, muss wis­sen, dass man nicht von der Höhe der Dosis von Caver­ject® oder Viri­dal® auf die Dosis der Cos­mos-SKAT-Lösung (Papaverin/Phentolamin) schlie­ßen oder umrech­nen kann.

Wenn die Erek­ti­on inner­halb von 5 Stun­den nicht nach­lässt, muss man unver­züg­lich einen Uro­lo­gen oder eine Kli­nik auf­su­chen. Man kann aber auch schon nach drei bis vier Stun­den selbst ver­su­chen, die Erek­ti­on auf fol­gen­de Art zu been­den: Man taucht einen Seiflappen/Handtuch in sehr kal­tes Was­ser, umwi­ckelt den stei­fen Penis, und unter Zudrü­cken presst man das Blut in den Kör­per zurück.

Nach dem Sprit­zen kön­nen 5 bis 20 Minu­ten bis zur vol­len Wir­kung ver­ge­hen. Hilf­reich kann auch sein, nach dem Inji­zie­ren sich ein wenig selbst zu sti­mu­lie­ren. Wenn es vor­kommt, dass die Erek­ti­on frü­her als üblich nach­lässt, kann man einen Penis­ring benut­zen. Das ist über­haupt eine Mög­lich­keit, die man vor einer Dosis­er­hö­hung oder vor der zusätz­li­chen Benut­zung von Cia­lis, Levi­tra oder Via­gra aus­pro­bie­ren soll­te. Es genügt dazu eine Ring­grö­ße, die nicht zu stark abschnürt, son­dern gera­de eben das Blut ein wenig im Penis staut, so dass die Erek­ti­on erhal­ten bleibt.

Was die Hal­tung des Penis beim Inji­zie­ren betrifft, hat sich fol­gen­des Vor­ge­hen bewährt: Man lässt die Vor­haut da, wo sie von Natur aus ist, also nicht vor- oder zurück­zie­hen. Dann fasst man mit Dau­men, Zei­ge- und Mit­tel­fin­ger hin­ter die Wulst der Eichel, so dass man den Penis sicher gefasst hat, stützt den Unter­arm seit­lich am Kör­per ab und zieht den Penis dann leicht nach vorn waa­ge­recht vom Kör­per weg. Durch das leich­te Stre­cken wer­den die Schwell­kör­per etwas fes­ter und sind in der oben beschrie­be­nen Wei­se sta­bil fixiert. Ein­stich­stel­len sind seit­lich waa­ge­recht bei drei Uhr bzw. bei neun Uhr.

Man kau­fe sich in der Apo­the­ke 70% Iso­pro­pyl­al­ko­hol zur Haut­des­in­fek­ti­on für Injek­tio­nen. Das ist bil­lig und erlaubt eine siche­re und groß­zü­gi­ge Des­in­fek­ti­on der Ein­stich­stel­len. Falls es eine Blu­tung beim Sprit­zen gibt, mit Alko­hol­tup­fer 5 Min. oder bis zum Auf­hö­ren des Blu­tens drü­cken. Meist blu­tet es in die Penis­schaft­haut. Das sieht dann gefähr­lich aus, ist aber harm­los, schmerz­los und ver­geht far­ben­reich wie ein Blut­erguss von selbst nach eini­gen Tagen.

Anfangs kann die Erek­ti­ons­dau­er zwi­schen einer hal­ben und vier Stun­den betra­gen. Nach unge­fähr 30 Anwen­dun­gen pen­delt sich das auf 1 bis 2 Stun­den ein.

Die­se Sei­te wur­de von Nicht-Medi­zi­nern erstellt. Die Autoren haben dazu sorg­fäl­ti­ge Recher­chen durch­ge­führt. Die Infor­ma­tio­nen auf die­ser Sei­te sol­len Ihnen bei der Vor­be­rei­tung eines Arzt­be­suchs hel­fen und das Gespräch mit dem Arzt erleich­tern. Sie kön­nen kei­nes­falls das Gespräch mit dem Arzt erset­zen!