Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (Impotenz)

Erektionsstörung: Ursachen, Behandlung, Kosten, Erfahrungen - von Betroffenen

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Multiple Sklerose (MS) und Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion)

Was ist Multiple Sklerose? (Definition)

Die Multiple Sklerose (MS), auch Encephalomyelitis disseminata genannt, ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, d. h. des Gehirns und des Rückenmarks, die meist in Schüben verläuft. Dabei kommt es zu einer Entzündung und nachfolgenden Schädigung der isolierenden Umhüllung der Nervenstränge (Myelinscheide), wodurch die Informationen über die betroffenen Nerven nur noch unvollständig oder gar nicht mehr weitergeleitet werden. Mit zunehmender Krankheitsdauer wächst die Zahl der beschädigten Nervenfasern und die neurologischen Ausfälle nehmen zu.

Symptome und Verlauf

Die Liste der möglichen Symptome ist lang:

Da die Entzündungsherde bei jedem Betroffenen an anderen Stellen auftreten, können die Symptome der MS bei den einzelnen Patienten sehr unterschiedlich sein.

MS beginnt vorwiegend im jüngeren Erwachsenenalter, Neu-Erkrankungen bei Menschen über 55 Jahre sind sehr selten. Bisher gibt es keine Heilung und keine Maßnahmen, die das Ausbrechen der MS verhindern könnten. Viele Aspekte der Erkrankung und die Krankheitsursachen sind derzeit noch nicht geklärt.

Nur wenige Patienten erleben von Anfang an eine kontinuierlich Zunahme der Beschwerden (primär progrediente Form der MS). Die meisten Patienten haben am Anfang sogenannte MS-Schübe. Das sind Phasen mit verstärkten oder neuen Symptomen, die nach Tagen oder Monaten wieder abklingen. Zwischen den Schüben gibt es kaum eine Zunahme der Beschwerden. Bei etwa 50% der Betroffenen geht der schubförmige Verlauf in eine stetig zunehmende Verschlechterung über (sekundär progrediente Form).

Auch wenn es zur Zeit noch keine allgemeingültige Therapie mit Sicherheit auf Heilung der Multiplen Sklerose gibt, so gibt es doch eine Vielfalt von etablierten Behandlungen, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und die Symptome der MS günstig beeinflussen können.

Zusammenhang zwischen Multipler Sklerose und Sexualstörungen

Das Nervensystem spielt eine wichtige Rolle bei der Sexualität. Erotische Sinneseindrücke (z.B. Berührungen) werden an das Gehirn übermittelt, und dort in Signale an die Geschlechtsorgane umgesetzt. Es ist daher unmittelbar einsichtig, dass eine Beeinträchtigung der Nervenleitung auch direkte Auswirkungen auf die Sexualität hat. Bei Männern kommt es häufig zu Erektionsstörungen, Orgasmusstörungen und vorzeitigem Samenerguss. Frauen erleben oft eine trockene Scheide und ebenfalls Schwierigkeiten, einen Orgasmus zu erreichen. Bei vielen Männern und Frauen mit MS kommt es auch zu einem teilweisen oder vollständigen Verlust des Geschlechtstriebs (Libido).

Neben diesen direkten Auswirkungen auf die Sexualität können aber auch andere Symptome der MS wie beispielsweise eine generelle Ermüdbarkeit und Erschöpftheit oder Spastik und Lähmungen in den Beinen den Ablauf einer sexuellen Begegnung empfindlich stören. Außerdem sind viele MS-Patienten auf Medikamente angewiesen, die Sexualstörungen als Nebenwirkung haben können.

Störung vor Beginn
der MS
im Jahr vor
der Befragung
mangelnde Libido 3 34
Erektionsstörungen 2 42
Orgasmusstörungen 1 37
vorzeitiger Samenerguss 3 14

In einer an der Berliner Charite durchgeführten Studie (Beier, Ahlers, 2004) wurden 210 Männer (und 615 Frauen) mit MS nach ihren Sexualstörungen vor Beginn der Krankheit und in den letzten 12 Monaten befragt. Die nebenstehende Tabelle gibt die prozentuale Häufigkeit sexueller Dysfunktionen bei den beteiligten Männern an, jeweils vor Auftreten der Erstsymptome und in den letzten 12 Monaten vor der Befragung. Es lässt sich eine dramatische Verschlechterung erkennen.

Tipps zur Behandlung der erektilen Dysfunktion bei MS

Erektionsstörungen bei MS sind kein Grund zur Verzweiflung, denn prinzipiell steht MS-Patienten das gesamte Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Auf unserer Seite Behandlung (Therapie) der ED finden Sie eine Übersicht und Links zu vertiefenden Informationen. Es lohnt sich, dass Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie optimale Behandlung reden.

Schwieriger ist der Umgang mit Orgasmusstörungen, mangelnder Libido und den Sex störende Begleiterscheinungen der MS. Hier kann in erster Linie ein offenes Gespräch mit der Partnerin helfen und vielleicht auch neuen Appetit auf Sex wecken.

Weiterführende Informationen

Internetseiten zum Thema MS

Selbsthilfegruppen und -organisation

Private Seiten

Pharmafirmen und anderen kommerziellen Organisationen

Literatur für Betroffene und Interessierte

Medizinische Fachliteratur

Diese Seite wurde von Nicht-Medizinern erstellt. Die Autoren haben dazu sorgfältige Recherchen durchgeführt. Die Informationen auf dieser Seite sollen Ihnen bei der Vorbereitung eines Arztbesuchs helfen und das Gespräch mit dem Arzt erleichtern. Sie können keinesfalls das Gespräch mit dem Arzt ersetzen!