Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (Impotenz)

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Sexuelle Probleme nach radikaler Prostata-Op (Prostatektomie)

Beim Thema "Sexuelle Probleme nach radikaler Prostata-Op" denken wohl die meisten Männer zuerst an Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion, kurz ED). Auch in der Fachliteratur wird bei diesem Thema oft nur die ED behandelt. Nun ist zwar die ED die bekannteste und am intensivsten erforschte Sexualstörung nach einer Prostatektomie, aber leider nicht die Einzige. Im Folgenden informieren wir auch über Orgasmusstörungen, Abnahme der Penisgröße, Penisverkrümmung und Verlust des Sexualtriebs (Libido) nach einer Prostatektomie.

Diese Seite ist noch im Aufbau. Wir haben sie trotzdem schon online verfügbar gemacht, um zu zeigen, welche Probleme nach einer radikalen Prostata-Op auftreten können. Wenn Sie Fragen zu den hier aufgeführten Problemen haben, die noch nicht beantwortet werden, dann können Sie uns anrufen oder uns eine E-Mail schreiben.

 Erektionsstörungen

Die für die Erektion verantwortlichen Nerven verlaufen rechts und links an der Prostatakapsel in je einem Gefäß-Nervenbündel. Wenn der Krebs die Prostatakapsel noch nicht verlassen hat, dann wird der Operateur in der Regel eine nervschonende Operation durchführen, d.h. er wird darauf achten, dass diese Bündel nicht durchtrennt werden. Allerdings heißt eine nervschonende Op nur, dass der Operateur versucht hat, die Funktion der Nerven zu erhalten. Ob ihm das gelungen ist, ist eine andere Frage. Bei dieser Op müssen die Gefäß-Nervenbündel vorsichtig von der Prostata getrennt werden. Dabei wird unvermeidlich Zug auf die Nerven ausgeübt, was in der Regel dazu führt, dass die Nerven erst mal nicht mehr funktionsfähig sind. Auf diese Art geschädigte Nerven können sich aber wieder regenerieren. Auch bei einer nervenschonenden Op treten daher in der Regel nach der Op Erektionsstörungen auf, die aber im Verlauf der nächsten Monate wieder nachlassen können. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht.

Wenn der Krebs nur auf einer Seite die Kapsel durchbrochen hat, dann wird man versuchen, das Nervenbündel auf der gegenüberliegenden Seite zu erhalten. Auch bei dieser einseitig (unilateral) nervenerhaltenden Op kann sich die Erektionsfähigkeit (wenigstens teilweise) wieder einstellten. Die Chancen dafür stehen allerdings nicht ganz so gut wie beim beidseitigen (bilateralen) Nervenerhalt.

Wenn der Krebs auf beiden Seiten die Kapsel durchbrochen hat, dann müssen auch streckenweise die Nervenbündel entfernt werden. Erfreulicherweise erleben aber auch bis zu 20% der nicht-nervschonend operierten Männer im Lauf der Zeit wieder eine Verbesserung der Erektionsfähigkeit.

Schlussfolgerung: Eine nervenschonende Op ist keine Garantie für den Erhalt der Erektionsfähigkeit. Umgekehrt bedeutet eine nicht-nervschonende Op nicht immer, dass die Erektionsfähigkeit vollständig verloren ist.

Wenn man nichts unternimmt, dann gibt es nach der Op eine längere Zeit, in der keine nächtlichen oder durch sexuelle Aktivitäten herbeigeführten Erektionen auftreten. Im schlaffen Zustand wird der Penis aber nur unzureichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Das führt zu einem Um- und Abbau von Schwellkörpergewebe. So geschädigte Schwellkörper können den Blutabfluss nicht mehr verhindern. Es liegt dann ein sogenanntes "venöses Leck" vor. Eine für einen Geschlechts­verkehr ausreichende Erektion ist nicht mehr möglich. Nach der Op gibt es daher 2 Beweggründe, eine Erektion herbeizuführen:

  1. Um Sex zu haben.
  2. Um eine Degeneration der Schwellkörper zu verhindern.

Im 1. Fall kann man bei Bedarf alle möglichen Behandlungsoptionen verwenden, die eine Wirkung zeigen. Im 2. Fall geht es darum, oft genug eine Erektion herbeizuführen, die eine Degeneration der Schwellkörper verhindert. Dieses Vorgehen bezeichnet man als sexuelle Rehabilitation. Auf unserer Seite "Sexuelle Rehabilitation nach Prostatektomie" (in Arbeit) finden Sie dazu weitere Informationen.

 Penisverkürzung

In Arbeit

Im Literaturverzeichnis finden Sie Übersichtsartikel (Böck 2011; Eylert 2012) mit detaillierten Angaben.

 Penisverkrümmung

In Arbeit

 Fehlender oder abgeschwächter Orgasmus

Viele Männer erleben einen Orgasmus nach der Prostatektomie wesentlich weniger intensiv als vorher. Bei manchen Männern kommt es gar nicht mehr zum Orgasmus (Anorgasmie). Informationen zu dieser Orgasmusstörung stehen auf unserer Seite "Fehlender oder schwacher Orgasmus nach radikaler Prostata-Op".

 Schmerzen beim Orgasmus

In Arbeit

 Urinverlust beim Orgasmus

Urinverlust beim Orgasmus (und manchmal auch schon beim Vorspiel) tritt besonders in den ersten Monaten nach der Operation häufig auf. Diese besondere Form der Inkontinenz wird häufig als besonders peinlich erlebt und führt oft zur Vermeidung von allen sexuellen Aktivitäten. Auf unserer Seite "Urinverlust beim Orgasmus" haben wir einige Tipps zusammengestellt, die kurzfristig helfen können.

 Verlust an sexuellem Interesse (Libidoverlust)

Auf den ersten Blick ist der Zusammenhang zwischen der Behandlung eines Prostatakarzinoms und einem Verlust des sexuellen Interesses nicht ersichtlich. Trotzdem beklagen sich viele Patienten über dieses Problem. Auf unserer Seite "Verlust an sexuellem Interesse" erklären wir die Ursachen für den Libidoverlust.

 Fehlender Samenerguss (fehlende Ejakulation, Anejakulation)

Eine radikale Prostata-Op führt immer zum Verlust der Ejakulation. Warum das so ist, und welche Konsequenzen das hat, erfahren Sie auf unserer Seite "Fehlender Samenerguss".

Literatur