Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (Impotenz)

Erektionsstörung: Ursachen, Behandlung, Kosten, Erfahrungen - von Betroffenen

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Häufig gestellte Frage (FAQ):
Darf ich trotz Herzerkrankung Cialis®, Levitra® oder Viagra® einnehmen?

Männer mit Herzproblemen wie beispielsweise Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder Durchblutungsstörungen der arteriellen Herzkranzgefäße (koronare Herzerkrankung, kurz KHK) leiden weit häufiger als der Durchschnitt unter Erektionsstörungen. Oft sind sie der Ansicht, dass die Einnahme der PDE-5-Hemmer Cialis, Levitra oder Viagra in ihrem Fall gefährlich ist. Dazu haben sicher auch reißerische Veröffentlichungen in den ersten Jahren nach der Markteinführung von Viagra beigetragen, in denen von Todesfällen nach der Einnahme von Viagra berichtet wurde. Inzwischen hat sich deutlich gezeigt, dass diese Medikamente bei sachgemäßer Anwendung kein zusätzliches Risiko mit sich bringen. Aber auch manchen Ärzten ist der aktuelle Wissensstand nicht bekannt. Sie gehen deshalb lieber auf Nummer Sicher und raten generell von der Einnahme dieser Medikamente ab.

Inzwischen haben sich Expertenrunden mit diesem Thema ausführlich befasst und Empfehlungen veröffentlicht. Kurz zusammengefasst sagen die Experten: Wenn der Patient den Belastungen durch Sex gewachsen ist und wenn keine der allgemein gültigen Kontraindikationen wie beispielsweise Einnahme von Nitraten und Molsidomin vorliegen, dann spricht nichts gegen die Einnahme dieser Medikamente. Dazu muss man sagen, dass die körperliche Belastung beim Sex mit einer vertrauten Partnerin und in gewohnter Umgebung meist überschätzt wird. Wer ohne Schwierigkeiten zwei Etagen steigen kann oder 1,5 Kilometer in flachem Gelände in 20 Minuten bewältigt, ist auch fit für Sex. Allerdings sollte man nach schweren Erkrankungen, wie z.B. einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt, für etwa 6 Wochen auf Sex verzichten.

In umfangreichen Studien hat sich gezeigt, dass schwerwiegende Zwischenfälle oder sogar Todesfälle bei Herzpatienten, die einen PDE-5-Hemmer (unter Beachtung der Kontraindikationen!) einnehmen, nicht häufiger auftreten als bei Patienten, die diese Medikamente nicht benutzen.

Sollten Zweifel bestehen, ob ein Patient diese Medikamente nehmen darf oder nicht, so lässt sich mit einigen einfachen Untersuchungen Klarheit schaffen. So kann z.B. ein einfacher Test klären, ob die Einnahme von PDE-5-Hemmern bei einem Herz-Patienten zu Schwierigkeiten führen kann: Es wird ein Belastungs-EKG mit einer Belastung von 75 bis 100 Watt (das entspricht der Belastung beim "häuslichen" Sex) durchgeführt und dann nach Einnahme eines PDE-5-Hemmers wiederholt. Ergeben sich keine auffälligen Unterschiede bei den Ergebnissen, so kann man davon ausgehen, dass die Anwendung von PDE-5-Hemmern ungefährlich ist.

Fazit: Gehen Sie nicht einfach davon aus, dass Cialis, Levitra oder Viagra für Sie nicht in Frage kommen. Reden Sie mit Ihrem Arzt darüber. Wenn Ihr Arzt pauschal und ohne weitere Begründung diese Medikamente für gefährlich bei Herzpatienten hält, dann macht es Sinn, einen weiteren Arzt zu konsultieren. Die Chancen stehen gut, dass Sie einer von den vielen Herzpatienten sind, die grünes Licht für die Einnahme eines PDE-5-Hemmers bekommen. Selbst wenn Sie diese Medikamente nicht einnehmen dürfen, so muss das keinesfalls das Ende der Sexualität bedeuten. Es gibt auch andere Möglichkeiten, um ein befriedigendes Sexualleben zu führen.

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Literatur für Patienten

Medizinische Fachliteratur

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